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Gratiszugabe doch bei Grundpreis mit einzurechnen

Montag, 2. Juli 2012 - 14:53 Uhr
Gratiszugabe jetzt doch bei Grundpreis mit einzurechnen

Wir hatten im Rahmen unserer Beiträge über ein Urteil zur Rewe-Limonadenwerbung berichtet, in dem es um die Frage der Grundpreisberechnung bei einer Werbung mit Gratiszugabe ging. Hierzu hatte damals das LG Köln entschieden, dass bei einer Werbung, in der 12 Flaschen Limonade mit 2 Flaschen als Gratiszugabe beworben werden, sich der Grundpreis aus dem Kaufpreis geteilt durch 12 Flaschen errechne. Die Richter des Landgerichts waren seinerzeit der Auffassung, die weiteren zwei zusätzlichen Flaschen seien kostenlos, hätten mithin bei der Berechnung des Grundpreises außer Betracht zu bleiben. Das Oberlandesgericht Köln war nun laut der dazu vorliegenden Pressemitteilung zu dem Urteil vom 28.062012, Az: 6 U 174/11 genau gegenteiliger Auffassung. Der Grundpreis sei unter Einbeziehung der 2 Gratisflaschen, d.h. Kaufpreis geteilt durch 14 Flaschen zu berechnen. Würde der Preis nur unter Berücksichtigung von 12 Flaschen ermittelt, müsste der Kunde die beiden Gratisflaschen selbst aufwendig in die Berechnung einbeziehen, um das Preis-Leistungs-Verhältnis des beworbenen Angebots mit Konkurrenzangeboten ohne Gratis-Zugabe vergleichen zu können. Da die Frage der Berechnung des Grundpreises in Fällen einer Gratis-Zugabe bisher nicht höchstrichterlich geklärt ist, wurde die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.